Biomasse-Verarbeitungsanlage: aktuelles Projekt
Rahmenbedingungen: neue Ausgangslage
Das ursprüngliche Projekt hat sich aufgrund der Entwicklung der aktuellen Situation sowie der Anforderungen der Investoren verändert:
- Die Änderungen zum Mineralölsteuergesetz, die vom Parlament im März 2007 verabschiedet wurden, sehen die Steuerbefreiung von Biotreibstoffen mit positiver ökologischer und sozialer Bilanz vor.
- Investoren sind bereit in eine einheimische Produktion zu investieren, aber nur dann, wenn das Volumen grösser und die Preise geringer sind, als dies im ursprünglichen Projekt vorgesehen war. Diese Ziele sind jedoch nur mit einer flexiblen Produktion erreichbar, beginnend mit der Phase Rektifikation/Entwässerung.
Rohstoffe und Technologien
Das von privaten Investoren vorgeschlagene Projekt beruht heute auf einem grösseren Produktionsbetrieb (> 150 Millionen Liter pro Jahr), der in einer ersten Phase eine Etage für die Rektifikation und Entwässerung in Betrieb nehmen wird, die viel rascher umgesetzt werden kann als der gesamte Betrieb. Der Rohstoff dieser ersten Entwässerungsanlage wird aus Rohethanol (wässriges Ethanol) bestehen, das aus nachhaltigen brasilianischen Produktionen stammt.
Die Betriebsstruktur wird die Verarbeitung von verschiedenen Rohethanolen (die Wasser und Unreinheiten beinhalten) sowie die Produktetrennung (zum Beispiel die Extraktion von Erdölstoffen in den eingehenden Mischungen) ermöglichen. Es werden verschiedene Ethanolqualitäten hergestellt wie Ethanol für Treibstoff und Ethanol für die Pharmaindustrie. Es ist vorgesehen, dass der Betrieb Ende 2009 seinen Betrieb aufnehmen wird.
Bioethanol der zweiten Generation
Was die zweite Generation anbelangt, könnte in einer zweiten Phase eine umfassende Produktionsstruktur zur Verarbeitung von lignozellulosehaltigen Stoffen realisiert werden. Es steht jedoch nicht zur Frage, die gesamte Produktionskapazität der Rektifikations- und Entwässerungsetappen mit Rohethanol aus lignozellulosehaltigen Stoffen vor Ort zu gewährleisten, denn die vorhandene Fläche sowie die Abladeplattform würden dafür nicht ausreichen. Es geht vielmehr darum, eine Pilotanlage der zweiten Generation bzw. eine Anlage geringeren Umfangs (10 - 20 Mio. Liter) in Betrieb zu nehmen, dessen globales Budget nicht durch die Produktendbearbeitungsetappen belastet werden, die für kleine Betriebe problematisch sind. Alcosuisse könnte sich an einer Pilotproduktion dieser Art beteiligen.


