Biotreibstoffe als Entwicklungsmotoren in den Ländern des Südens
Umfeld
Heute werden Biotreibstoffe je nach Quellen und Stellungnahmen entweder als die Lösung des CO2-Problems und des Endes des Erdölzeitalters oder aber als die grösste Katastrophe dargestellt. In Wirklichkeit sind sie weder das eine noch das andere, aber sie bieten die Möglichkeit, deren gewaltiges Potenzial zugunsten der Länder des Südens auszuschöpfen, unter der Voraussetzung, dass in den Ländern des Nordens Fördermassnahmen (Steuerbefreiung) als Instrument für eine nachhaltige Entwicklung eingesetzt werden, indem die Einhaltung der auf der Seite "Nachhaltigkeit - Konkrete Massnahmen" beschriebenen Nachhaltigkeitsprinzipien gefordert wird.
Eine Chance für die Länder des Südens
Die Länder des Südens können aus den folgenden Gründen von der Entwicklung der Biotreibstoffe profitieren:
- Bessere Klimabedingungen als auf der Nordhalbkugel
- Riesiger Markt (sehr starke Nachfrage)
- Die landwirtschaftliche Produktion für die Herstellung von Ethanol zweiter Generation und Biodiesel ermöglicht die Bewirtschaftung von Flächen, die nicht für den Nahrungsmittelanbau genutzt werden
- Nachhaltige Produktion dank der Einführung von Kriterien und Labels (Richtlinien für den Handel mit den Ländern des Nordens) – Schweiz, EU, UNO
- Im Gegensatz zu Erdöl ist die Biotreibstoffherstellung auf lokale Arbeitskräfte und wertschaffende Aktivitäten vor Ort, die lokal gesteuert werden müssen, angewiesen
- Energieprodukte sind einfacher in die Länder des Nordens exportierbar als Landwirtschaftsprodukte
Risiken
- Grosse Unternehmen (z. B. aus der Erdöl- oder Lebensmittelindustrie) bemächtigen sich grossflächiger Gebiete zur Entwicklung einer landwirtschaftlichen Produktion für Biotreibstoffe, ohne dabei Rücksicht auf die Umwelt oder das Wohlbefinden der lokalen Bevölkerung (lokale Einnahmen) zu nehmen.
- Es wird um jeden Preis exportiert und die Erfüllung der Bedürfnisse der lokalen Bevölkerung wird dabei vernachlässigt. Diese trägt auch nicht den grossen Gewinn davon.


