Auf dem Weg zur 2. Generation

Es ist zwischen zwei verschiedenen Arten von Bioethanol zu unterscheiden: der ersten Generation, die gegenwärtig auf dem Markt ist, und der zweiten Generation, zu deren Gewinnung die ersten Verarbeitungsanlagen errichtet werden und die langfristig den Bedarf an Biotreibstoff sichern wird, ohne dass auf Pflanzen zurückgegriffen werden muss, die für die Nahrungsmittelindustrie bestimmt sind.

Bioethanol der 1. Generation

Diese erste Kategorie von Bioethanol wird durch Umwandlung der Zucker von zucker- und stärkehaltigen Pflanzen zu Alkohol gewonnen.
So genanntes Bioethanol der 1. Generation ermöglicht eine bedeutende Reduktion des CO2-Ausstosses und bereitet den Treibstoffmarkt auf Bioethanol vor. Zudem bietet es den Vorteil, dass seine Herstellung auf bekannten und bewährten Technologien beruht. Die Entwicklung von Bioethanol ist jedoch eingeschränkt aufgrund der Tatsache, dass für dessen Gewinnung auch für die Nahrungsmittel- und Futtermittelherstellung bestimmte Rohstoffe verwendet werden. Hinzu kommt, dass nur ein Teil der Pflanze genutzt wird.
Diese Tatsachen führten zur Entwicklung des so genannten Ethanols der zweiten Generation, das in Bezug auf die Prinzipien die Nachhaltigkeit interessanter, aber technisch gesehen schwieriger umsetzbar ist.

Bioethanol der 2. Generation

Die Idee besteht darin, lignozellulosehatlige Stoffe, die den grössten Teil der Biomasse auf der Erde ausmachen, in Ethanol umzuwandeln. Dabei können Pflanzen genutzt werden, die auf mageren Böden gedeihen, sowie land- und forstwirtschaftliche Abfälle.
Im Vergleich zu Bioethanol der ersten Generation weist Bioethanol aus Lignozellulose die folgenden Vorteile auf:

  • Umfassenderes und breiter gefächertes Rohstoffpotenzial
  • Keine Konkurrenz zum Nahrungsmittelanbau
  • Höherer Hektarertrag, insbesondere bei der Verwendung von lignozellulosehaltigen Pflanzen mit starkem Wachstum (wie Chinaschilf) oder einer vollständigeren Umwandlung bereits verwendeter Pflanzen
  • Stark reduzierte Feldarbeit und praktisch keinen Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmittel


Die gesamte Schweizer Produktion von Bioethanol wird zurzeit aus Holzabfällen gewonnen und gehört somit der zweiten Kategorie an.